Julia Staiger

   
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Über meine Arbeit

Ausgangspunkt meines Schaffensprozesses ist zumeist eine Erinnerung, ein (Ideal)bild, das ich von einem erlebten Moment in der Natur habe. Wichtig hierbei ist ein Eindruck von Licht und Farbe, eine Lebendigkeit der Natur, die ich flimmernd und ihrer ganzen Fülle im Gedächtnis behalten habe und die ich versuche im Bild festzuhalten. Objektive, äußere Sinnes- Wahrnehmung und subjektive, innere Wahrnehmung verbinden sich im Schaffensprozess zu einem individuellen bildnerischen Ausdruck.

Zum Malen verwende ich Acrylfarbe und Ölfarbe, die teils geplant, teils ungeplant dem Zufall überlassen, zumeist flüssig auf die Leinwand aufgetragen wird. Einen Großteil der Zeit liegt die Leinwand hierbei auf dem Boden. Die Farbe wird gespritzt, getröpfelt, aber auch zeitweise mit dem Pinsel aufgetragen und verwischt oder weggekratzt, so lange bis das gewünschte Ergebnis erscheint.
Die Entstehungszeit eines Bildes kann sich sehr lange hinziehen: Immer wieder muss es ruhen, stehen oder liegen gelassen werden, bis sich vor meinem geistigen Auge der nächste Schritt abzeichnet und umgesetzt wird.
Das Gemälde schält sich so in schichtenweisem Arbeiten heraus, formt sich immer klarer und wird durch Übermalen und Wegkratzen der Farbe wieder zerstört. Der Malprozess wird zu einer Metapher der Natur und des Lebens selbst - etwas wächst, gedeiht, stirbt aber auch ab. Daraus entsteht Neues, das Spuren vom Alten enthält und einen Schritt weiter ist als das, was zuvor da war.
Der Malprozess sowie das Endergebnis selbst, das Gemälde, drücken ein inneres Streben aus, das in meinen Bildern sichtbar wird - ein Streben nach Ruhe und Frieden, aber auch nach Lebendigkeit und Fülle.
Für mich ist der Schaffensprozess und das Gestalten eines Gemäldes gleichsam ein Spiegel meiner eigenen Persönlichkeit. Ich überschreite beim Malen äußere und innere Hindernisse, Vorurteile, bleibe zuweilen auch an Altem hängen, stoße an Grenzen nicht nur des Materials, sondern auch meiner eigenen Persönlichkeit und überwinde diese.

 

Rezension in der BNN vom 18.02.2016 zur Ausstellung "Winter ,Frühling, Sommer, Herbst" im Kunstraum Neureut:

BNN

Rezension in der BNN zur Ausstellung "Tiefenbilder" im Kunstverein Bruchsal